Finanzen 08 August, 2022

New Value for the CFO: Von der Insellösung zur integrierten Konzernrechnungslegung

Die Anforderungen an CFOs sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Einen zentralen Aspekt bildet hierbei das Konzernrechnungswesen. Derzeit vollzieht sich ein Wandel von einfachen Konsolidierungslösungen hin zu einer umfassenden und integrierten Konzernrechnungslegung. Im Rahmen der Studie „New Value for the CFO“ haben die Analysten von BARC (Business Application Research Center) untersucht, was diese Transformation für Führungskräfte im Finanzbereich bedeutet, welche Herausforderungen dabei entstehen und welche Empfehlungen sich letztlich für CFOs ableiten lassen.


Gestiegene Anforderungen

Ob Regelungen und Vorschriften wie IFRS 16 und IFRS 17, die Erfassung von Tochtergesellschaften, Richtlinien im Rahmen von ESG (Nachhaltigkeit und Corporate Governance) oder Anforderungen wie das European Single Electronic Format (ESEF): Viele Unternehmen sind damit konfrontiert, immer mehr Informationen offenlegen zu müssen. Ebenso wird es immer entscheidender, aus den Daten durch entsprechende Auswertungen die richtigen Schlüsse ziehen zu können.

Isolierte Einzellösungen haben ausgedient

Für Finance-Abteilungen ist eines damit klar: Klassische „Insellösungen“ auf Basis einer Tabellenkalkulation haben ausgedient, denn damit sind die modernen Anforderungen schlicht und ergreifend nicht praktikabel und effizient umsetzbar. Die aktuelle BARC-Analyse zeigt allerdings: Derzeit sind noch sehr häufig entsprechende Lösungen auf Excel-Basis oder spezialisierte Konsolidierungslösungen im Einsatz. Integrierte Plattformen für ein einheitliches Controlling innerhalb des Konzerns sind aktuell in den meisten Unternehmen noch Zukunftsmusik. 

Die Nachfrage ist hoch

Gleichzeitig haben die gestiegenen Anforderungen an das Berichtswesen zu einer generellen Investitionsbereitschaft geführt – das Interesse bzw. die Nachfrage nach passender Software ist hoch. Dies gilt besonders für Kernbereiche wie Planung, Management Reporting und Konsolidierung. Das größte Potenzial für die Optimierung der Integration wird dabei laut der Experten von BARC in der Verzahnung von Planung und Management Reporting gesehen. Dies äußert sich auch in der Einschätzung der Befragten, die das Thema Automatisierung und Digitalisierung vor allem in diesen Segmenten angehen möchten: Der Themenkomplex Management Reporting wird hier von 71 % genannt, die Planung von 66 %. Bei den Prioritäten der Befragten weit oben stehen zudem Punkte wie eine effiziente Organisation (56 %) und der Einsatz konzernweit einheitlicher Softwarelösungen (45 %). 

Trends und Empfehlungen

Die Experten von BARC prognostizieren, dass sich angesichts der Nachfrage und der gestiegenen Anforderungen ein starker Markttrend hin zu integrierten Konzernrechnungslösungen entwickeln wird. Dies zeigt sich bereits heute daran, dass führende Softwareanbieter im Finance-Segment ihre Konsolidierungsprodukte um zusätzliche Module und Funktionen erweitern. Laut BARC ist gleichzeitig damit zu rechnen, dass der Trend zu automatisierten, digitalen Lösungen und Prozessen nicht nur in Konzernen aufgegriffen wird, sondern sich auch bei mittelständischen Unternehmen immer stärker durchsetzen wird.

BARC empfiehlt, bei der Erneuerung von Lösungen für Planung, Buchhaltung oder Berichterstattung nach Möglichkeit auf integrierte Lösungen zu setzen. Die Vermeidung von Insellösungen, „Datensilos“ und manuellem Stückwerk auf Basis von Tabellenkalkulationen kann sich mittel- und langfristig massiv auszahlen und dazu beitragen, die Qualität der Planung und des Reporting zu erhöhen, Fehler zu vermeiden und Kosten zu senken.

 
Sie möchten mehr über die aktuelle BARC-Studie „New Value for the CFO“ erfahren? Hier finden Sie weitere Informationen!

Speaker Jörg Plass
Director Operations Tagetik DACH, Wolters Kluwer

Jörg Plass ist Experte für Corporate Performance Management Lösungen, speziell für Konzernrechnungslegung und Finanzplanung und seit 25 Jahren in diesem Bereich als Berater tätig.

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