Legal05 Januar, 2026

Vom Experiment zur Routine: KI im Schulmanagement – Interview mit Pavle Madzirov 

Künstliche Intelligenz ist im Schulmanagement angekommen: Laut der aktuellen Zukunftsstudie Schulmanagement 2025 von Wolters Kluwer nutzen bereits 74 % der Schulleitungen in Deutschland KI-Tools im Arbeitsalltag – der Einsatz hat sich binnen zwei Jahren fast verdreifacht. Gleichzeitig fehlen vielerorts Strategie und Orientierung: Rund 70 % der Schulen verfügen über kein Konzept zur Förderung von KI‑Kompetenzen im Kollegium; der Wunsch nach rechtlicher Sicherheit und Qualifizierung ist entsprechend hoch.  

Vor diesem Hintergrund zeigt Pavle Madzirov in seinem bei Wolters Kluwer erschienenen Werk „KI‑Kompetenz für Schulleitungen“, wie Führungskräfte KI praxisnah, rechtssicher und strategisch in ihren Alltag integrieren können – vom effizienten Arbeiten mit Prompts bis zur zukunftsfähigen Schulentwicklung.  

1. Warum ist es gerade jetzt für Schulleitungen so wichtig, sich mit Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen? 

Weil KI längst keine bloße „Zukunftsmusik“ mehr ist, sie ist überall. Wir erleben derzeit einen technologischen Wandel, der so fundamental ist wie die Einführung des Internets. Für Schulleitungen gibt es dabei zwei Ebenen: Erstens die persönliche Ebene: Wer die KI jetzt in seinen Arbeitsalltag integriert, verschafft sich den Freiraum, den wir im Schulleitungsbüro so dringend brauchen. Zweitens die Verantwortung für alle: Unsere Schülerinnen und Schüler wachsen in eine Welt hinein, die von KI geprägt ist. Wenn wir als Schulleitung diese Technologie nicht verstehen und vorleben, können wir weder unser Kollegium kompetent führen noch die Schule zukunftsfähig aufstellen. Es geht darum, jetzt die Weichen zu stellen, statt später nur noch zu reagieren.  

2. Welche konkreten Vorteile bietet der Leitfaden für die Organisation und strategische Ausrichtung von Schulen im Umgang mit KI? 

Mein Ansatz ist ganz klar: Praxis pur. Mir ging es nicht darum, theoretische Abhandlungen zu schreiben, sondern ein Werkzeug zu liefern, das sofort auf dem Schreibtisch wirkt. Der Leitfaden ist umfassend angelegt – von der kleinen E-Mail bis zum großen Schulentwicklungskonzept. Der konkrete Vorteil ist die direkte Einsetzbarkeit: Sie schlagen das Buch auf und haben sofort eine Lösung parat, die Ihnen Zeit spart und Qualität sichert. Es ist eine Blaupause, um Verwaltungsaufwände zu minimieren und gleichzeitig strategisch klügere Entscheidungen zu treffen. 

3. Inwiefern werden zentrale Themen wie Datenschutz, Ethik und rechtliche Rahmenbedingungen im Werk berücksichtigt? 

Das sind oft die größten Hürden im Kopf – und genau diese baue ich ab. Mein Buch enthält alles Wesentliche und verzichtet bewusst auf juristisches „Fachchinesisch“. Rechtliche Rahmenbedingungen, ethische Fallstricke und Datenschutz werden so verständlich und praxisnah erklärt, dass Schulleitungen sicher handeln können. Ziel ist, Handlungsfähigkeit zu schaffen und Klarheit darüber, was erlaubt ist und worauf zu achten ist – ohne ein Jurastudium vorauszusetzen. Sicherheit durch Klarheit, das ist mein Anspruch. 

4. Wie können die enthaltenen Prompts und Mega-Prompts dazu beitragen, Prozesse in der Schulorganisation oder Kommunikation effizienter zu gestalten? 

Prompts sind der Schlüssel zur Qualität. Viele scheitern am Anfang, weil sie der KI nicht die richtigen Anweisungen geben. Meine Sammlung an Prompts und speziell den komplexen „Mega-Prompts“ ermöglicht selbst absoluten Neulingen einen einfachen Einstieg auf Profi-Niveau. Mit diesen Vorlagen sichern Schulleitungen die Qualität ihrer Outputs automatisch. Statt das Rad neu zu erfinden, greifen sie auf erprobte Befehle zurück, die professionelle Kommunikation, die Analyse komplexer Texte und die Erstellung von Konzepten unmittelbar unterstützen. Es wirkt, als stünde ein erfahrener Berater an der Seite, der genau weiß, wie KI zu Höchstleistungen gebracht wird. Auf dieser Basis entwickeln Schulleitungen schließlich eigene Promptgeneratoren, die passende Prompts automatisch erstellen. 

5. Welche Entwicklungen im Bereich KI sind in den kommenden Jahren für die Schulentwicklung zu erwarten und wie können Bildungseinrichtungen darauf reagieren? 

Wir stehen erst am Anfang. Der nächste große Schritt ist die Unabhängigkeit von großen Cloud-Anbietern hin zu lokaler KI, die datenschutzkonform direkt auf unseren Schulservern läuft. Zudem werden wir eine zunehmende Automatisierung durch KI-Agenten sehen, kleine Programme, die Aufgabenketten selbstständig erledigen. Für die Schulleitung bedeutet das einen Rollenwechsel: Wir werden zunehmend zu Datenmanagern. Datengestützte Schulentwicklung wird realisierbar, weil KI uns hilft, aus Zahlen und Fakten echte pädagogische Schlüsse zu ziehen. Wer sich jetzt darauf vorbereitet, wird seine Schule nicht mehr nur „verwalten“, sondern auf Basis valider Daten aktiv und visionär gestalten. Auch diese Themen werden im Buch behandelt. 

Pavle Madzirov ist Schulleiter der Sekundarschule am Biegerpark in Duisburg. Sein Werk “KI-Kompetenz für Schulleitungen” ist ab sofort in der Print-Version sowie digital auf Wolters Kluwer Online erhältlich.

Bildnachweis: sam richter/stock.adobe.com

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