Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wurde am 16. Dezember des vergangenen Jahres im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und ist innerhalb einer Frist von 18 Monaten in nationales Recht in den Mitgliedstaaten der EU umzusetzen. Im November desselben Jahres wurde die Richtlinie durch das Europäische Parlament angenommen, nachdem ein politischer Kompromiss im Rahmen der Trilog-Verhandlungen zwischen Vertretern des Europäischen Rates und des Europäischen Parlaments im Juni erzielt wurde.
Die Directive kann als grundlegende Erweiterung der NFRD (Non-Financial Reporting Directive) beschrieben werden, da sie die Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen erhöht. Im Vergleich zur NFRD, welche in Deutschland mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) umgesetzt wurde, erfordert die CSRD eine umfassendere Offenlegung von Informationen zu Umwelt, Sozialem und Corporate Governance (ESG), sowie eine größere Transparenz hinsichtlich der Nachhaltigkeitspraktiken und -leistungen von Unternehmen. Dies soll eine bessere Überwachung und Verantwortung der Unternehmen für die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt ermöglichen. Das europäische Nachhaltigkeitsreporting wird hier weiter an die aus dem EU-Green-Deal folgenden Anforderungen angepasst.
Wer fällt unter den Anwendungsbereich der CSRD?
Durch die neue Directive werden die bisherigen Regelungen an das non-financial Reporting stark ausgeweitet.
Vom Anwendungsbereich der CSRD erfasst sind alle großen nicht Kapitalmarkt-orientierten Unternehmen, wobei von einem „großen Unternehmen“ in diesem Sinne die Rede ist, wenn mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind:
+250 Mitarbeiter
+40 Mio. Nettoumsatzerlös
+20 Mio. Bilanzsumme
Daneben erfasst sind von der CSRD alle kapitalmarkt-orientierten Unternehmen, große Versicherungen sowie Banken. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen. Insgesamt betroffen werden damit rund 49.000 Unternehmen in der EU sein (15.000 bereits in Deutschland). Nicht Kapitalmarkt-orientierte KMUs können die Standards freiwillig anwenden - bei einigen Unternehmen wird es zu einer indirekten Konfrontation mit den Regelungen der CSRD kommen, so etwa Lieferanten großer Unternehmen.
Ab wann finden die neuen Regelungen Anwendung?
Die Anwendung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erfolgt in vier aufeinanderfolgenden Phasen. Die Phasen stehen dabei in Abhängigkeit zur jeweiligen Größe und Form der Unternehmen.
- Unternehmen, die bereits unter die geltende Nachhaltigkeitsberichtspflicht fallen, müssen erstmals im Jahr 2025 über das Geschäftsjahr 2024 berichten.
- Unternehmen, die bisher nicht den Vorgaben der NFRD unterliegen, aber nun durch den erweiterten Umfang der CSRD erfasst werden, müssen erstmals im Jahr 2026 über das Geschäftsjahr 2025 berichten.
- Börsennotierte KMUs, kleine und nicht komplexe Finanzinstitute sowie firmeneigene Versicherungsunternehmen müssen erstmals im Jahr 2027 über das Geschäftsjahr 2026 berichten.
- Unternehmen außerhalb der EU, die in der EU einen Umsatz von mehr als 150 Millionen Euro generieren und mindestens eine Tochtergesellschaft oder Zweigstelle innerhalb der EU haben, müssen erstmals im Jahr 2029 über das Geschäftsjahr 2028 nach den Vorgaben der CSRD berichten.