Recht & Verwaltung12 Februar, 2020

„Es ist sehr inspirierend, andere Teilnehmer mit ihren kreativen Denkweisen und Methoden kennenzulernen.“

Interview mit Christian Hartz: Sieger des Global Legal Hackathon 2019

Credit: Hofra Fotografie

Interview mit Christian Hartz: Sieger des Global Legal Hackathon 2019 

Christian Hartz, 37, ist von Hause aus Jurist und arbeitet bei Wolters Kluwer als Legal Engineer direkt an der Schnittstelle von Rechtswissenschaft und Informatik

Du hast 2019 mit Deinem Team den zweiten Global Legal Hackathon in New York gewonnen. Was war Deine Idee und wie kam es dazu?

Wir wollten Behördenschreiben mit einem leicht zu bedienenden Tool für jedermann verständlich machen. Die Idee dazu entstand wie so oft im täglichen Leben. Ich bekam im Jahr zuvor ein Behördenschreiben über einen Straßenausbau. Alle Anwohner der Straße sollten einen vorläufig festgesetzten Betrag entrichten. Das Schreiben war in juristischer Sprache verfasst und es war klar, dass es nicht für jeden in der Nachbarschaft zu verstehen war. Da dies bei behördlichen Schreiben ein grundsätzliches Problem ist, entstand der Gedanke, hier mit einer App Abhilfe zu schaffen. Beim Global Legal Hackathon 2019 in Frankfurt habe ich diese Idee dann vorgestellt und konnte zum Glück ein tolles Team vor Ort von dieser Idee überzeugen: Uthority war geboren.

Wie verlief der Weg bis ins Finale nach New York und worauf kam es dabei an?

In Frankfurt hatten wir freitagabends den Ideen-Pitch. Von da an hatten wir bis Sonntagnachmittag Zeit, unsere Lösung zu entwickeln und einen klickbaren Dummy zu programmieren, den wir dann der Jury präsentiert haben. Wir konnten die Jury in Frankfurt überzeugen und schafften es schließlich ins Finale nach New York. Dort haben wir unsere App dann weiterentwickelt, erneut der Jury vorgestellt und konnten in der Kategorie „Access to Justice“ am Ende den ersten Platz erringen.

Worauf kommt es bei einem Legal Hackathon besonders an?

Ein Hackathon dauert in der Regel nur wenige Tage, zum Beispiel von Freitag bis Sonntag. Die Idee muss also schnell und sinnvoll umgesetzt werden. Dabei ist es wichtig, sich von Anfang an mit den Anforderungen der Zielgruppe auseinanderzusetzen. Wie sehr dies gelungen ist, wird von der Jury bei der Bewertung besonders berücksichtigt. Wir führten während des Hackathons in Frankfurt eine Online-Umfrage durch, um den Bedarf an unserer App zu untermauern. 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, behördliche Schreiben nicht vollständig zu verstehen. Unsere App sollte leicht zu bedienen sein und die komplizierte Amtssprache mit wenigen Klicks verständlich machen. Der Nutzer muss lediglich das Schreiben fotografieren und erhält sofort eine kurze Zusammenfassung in verständlicher Sprache und Vorschläge für nächste Schritte. Am Beispiel eines Rentenbescheids demonstrierten wir, dass die Idee funktionierte.

Worin besteht der Anreiz am Hackathon teilzunehmen?

Zum einen ist es natürlich sehr inspirierend, andere Teilnehmer mit ihren kreativen Denkweisen und Methoden kennenzulernen. Zum anderen sind viele Ideen sehr spannend und ist es eine große Herausforderung, die eigene mit einem Team, das sich in der Regel erst auf dem Hackathon findet und kennenlernt, umzusetzen. Außerdem erhält man als Teilnehmer die Chance, auf eine der größten juristischen Datenbanken zuzugreifen. Dadurch stehen unzählige Gerichtsentscheidungen und Rechtsnormen zur Verfügung. Das ist die ideale Voraussetzung, die eigenen Ideen für ein juristisches Tool umzusetzen.

Weitere Infos und die Anmeldung zum Global Legal Hackathon gibt es hier.

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Frederick Assmuth Wolters Kluwer Deutschland

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