In diesem Artikel untersuchen wir die Auswirkungen fragmentierter Planung und zeigen, wie sich unternehmensweite Planungsprozesse aufbauen lassen, die widerstandsfähig genug sind, um anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit zu bewältigen.
Mit dem Eintritt in eine neue Phase der Disruption rückt die Finanzplanung, einschließlich Budgetierung, Forecasting und Szenariomodellierung, für viele Unternehmen stärker in den Mittelpunkt. Die Auswirkungen weitverbreiteter Unsicherheit und Marktvolatilität sind für alle Unternehmen spürbar, treffen jedoch jene besonders hart, die mit fragmentierten Finanzplanungsprozessen kämpfen.
Wie können Finanzteams ihre Prozesse also jetzt stärken, um sich auf die nächste Disruption vorzubereiten, die selbst die besten Pläne erschüttert? Indem sie Budgetierung, Planung und Forecasting unternehmensweit integrieren.
In diesem Artikel beleuchten wir die Auswirkungen fragmentierter Planung und wie sich Planungsprozesse im Unternehmen aufbauen lassen, die robust genug sind, um anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit standzuhalten.
Fragmentierte Planung: Was ist das und warum ist sie in wirtschaftlichen Umbruchphasen gefährlich?
Wie der Name schon sagt, liegt fragmentierte Planung vor, wenn Daten aus Abteilungen, Geschäftsbereichen und Regionen voneinander und vom Gesamtunternehmen getrennt sind. Häufig sind Pläne und Planungsdaten isoliert oder in Silos innerhalb verschiedener Systeme abgelegt. Das erschwert nicht nur die Erstellung eines belastbaren Basisplans, sondern auch die Entwicklung einer konsistenten Planungsstrategie oder eine schnelle Reaktion auf Ad-hoc-Anfragen und sich verändernde Rahmenbedingungen.
Die Risiken fragmentierter Planung
FP&A-Teams müssen produktiv, agil und schnell sein. Jedoch ist das kaum möglich, wenn sie durch Datensammlung, Normalisierung und Analyse ausgebremst werden, die nötig sind, um fragmentierte Planungsprozesse zusammenzuführen. Hier sind nur einige der Folgen fragmentierter Planung:
Eingeschränkte Agilität
Eine Studie der Commerce-Plattform Deuna ergab, dass Teams, die mit mehreren Datenquellen arbeiten, 80 % ihrer Zeit allein mit der Bereinigung und Abstimmung von Daten verbringen. Ähnlich zeigt eine Untersuchung von Finquore, dass FP&A-Teams 75 % ihrer Zeit für Datensammlung und Prozessmanagement aufwenden – und nur 25 % für tatsächliche Analyse und Planung. Man stelle sich vor, diese Zahlen wären umgekehrt.
Fragmentierte Planung zwingt Teams dazu, in den „Datensümpfen“ zu verharren: Informationen werden aus verstreuten Systemen und Tabellen zusammengetragen und mühsam aufbereitet, bis sie nutzbar sind. Gleichzeitig tritt der eigentliche Mehrwert von FP&A, nämlich strategische Analysen, das Aufdecken von Ineffizienzen und die Maximierung von Erträgen in den Hintergrund.
Beeinträchtigte Genauigkeit
Irren ist menschlich und fragmentierte Planungsprozesse sind voller manueller Eingriffe: Datenexporte aus ERP-Systemen, Copy-and-Paste in Tabellen, E-Mail-Abfragen, manuelle Anpassungen von Excel-Formeln. Jeder manuelle Schritt erhöht das Fehlerrisiko.
Schon ein scheinbar harmloser Fehler wie ein falsch gesetztes Dezimaltrennzeichen kann in volatilen Zeiten kostspielige Folgen haben. Eine Studie der University of Baltimore und von Datarails zeigt, dass fehlerhafte FP&A-Reporting-Prozesse US-Unternehmen jährlich 7,8 Milliarden US-Dollar durch Fehler und Ineffizienzen kosten.
Ungenaue Daten führen zu ungenauen Prognosen und diese wiederum zu schlechten Entscheidungen und Strategien. Letztlich mindern Qualitätsprobleme in der Datenaufbereitung nicht nur die Genauigkeit, sondern erhöhen auch den Zeitaufwand, den Planer benötigen, um überhaupt planungsfähig zu sein, anstatt tatsächlich zu planen, zu analysieren und Pläne mit der Unternehmensstrategie abzustimmen.
Mangelnde Abstimmung (Alignment)
Geschäftsbereiche oder Business Units müssen eigenständig agieren, um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen, und gleichzeitig zum Gesamterfolg und zur Strategie des Unternehmens beitragen. Dennoch zeigt eine Deloitte-Umfrage, dass 72 % der Unternehmen Schwierigkeiten mit effizienter bereichsübergreifender Planung haben. Dies führt zu nicht abgestimmten Strategien und verpassten Umsatzchancen. Die Global Planning Survey 2024 von Board bestätigt dies: 31 % der Befragten gaben an, dass schlechte Planung Rentabilität, Produktivität und Innovationsfähigkeit beeinträchtigt.
Wenn Planung nicht abgestimmt ist, können die Auswirkungen erheblich sein:
- Lieferengpässe: Der Vertrieb steigert die Nachfrage, doch die operativen Bereiche sind nicht auf die Umsetzung vorbereitet.
- Überhöhtes Working Capital: Die Planung reagiert zu langsam auf nachlassende Verkäufe und erkennt nicht rechtzeitig, wie Bestände reduziert oder umverteilt werden können.
- Inkonsistente Reaktionen: Ein Team stoppt Neueinstellungen während einer Krise, während ein anderes den Personalbestand erhöht.
- Unklare Verantwortlichkeiten: Zentrale Beschaffung und Business-Unit-Einkäufer gehen jeweils davon aus, dass die andere Seite Einsparmaßnahmen verfolgt. Tatsächlich tut es niemand.
- Langsame Reaktionen: Finanzteams erkennen Umsatzrückgänge in wichtigen Segmenten erst Wochen später, was die Reaktion des Managements verzögert.
- Verzögerte Kostensenkungen: Ohne zentrale Budgetdaten können Führungskräfte nicht schnell erkennen, wo nicht notwendige Ausgaben gekürzt werden können.
Abteilungen, die auf unvollständige oder verspätete Daten reagieren, verfolgen strategische Ziele uneinheitlich. Fragmentierte Planung führt so zu mangelnder Abstimmung zwischen Planung und Umsetzung.