UnternehmenRecht & Verwaltung09 Februar, 2026

Die Zukunft juristischer Arbeit mit KI gestalten - Interview mit Martin O’Malley und Viktor von Essen

Im November 2025 hat Wolters Kluwer Legal & Regulatory Libra Technology übernommen, Anbieter des Legal AI Workspace Libra. Wir sprachen mit Martin O’Malley, CEO von Wolters Kluwer Legal & Regulatory, und Viktor von Essen, Gründer und CEO von Libra by Wolters Kluwer.

Was war die strategische Überlegung hinter der Übernahme von Libra Technology durch Wolters Kluwer Legal & Regulatory?

Martin O’Malley: Der Rechtsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel – und Künstliche Intelligenz steht im Zentrum dieses Wandels. Unsere Entscheidung für die Übernahme von Libra wurde von einer klaren Vision getragen: Wir wollen die verlässlichen, hochwertigen Inhalte von Wolters Kluwer mit der hochmodernen KI‑Technologie von Libra verbinden. Juristinnen und Juristen benötigen heute Werkzeuge, die weit über klassische Recherche hinausgehen. Gefragt sind intelligente Assistenten, die Dokumente schnell und präzise entwerfen, prüfen und analysieren können.

Libra hat sich in diesem Bereich als führend etabliert. Durch die Integration in unser Ökosystem können wir Innovation beschleunigen und Lösungen bereitstellen, die Effizienz und Genauigkeit für Juristinnen und Juristen weltweit neu definieren. Diese Akquisition positioniert uns als europäischen Marktführer im Bereich Legal AI und stärkt unsere Fähigkeit, unsere Kundinnen und Kunden mit Technologien der nächsten Generation zu unterstützen.

Was bedeutet der Zusammenschluss mit Wolters Kluwer für Libra und seine Kunden?

Viktor von Essen: Für Libra ist dies ein echter Meilenstein. Von Anfang an hatten wir eine ambitionierte Vision: einen KI‑gestützten Workspace zu bauen, der juristische Arbeit intelligenter, schneller und kollaborativer macht. Mit Wolters Kluwer gewinnen wir die nötige Skalierung und Ressourcen, um diese Vision global umzusetzen. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren in erster Linie der tiefen Integration mit den autorengenerierten verlässlichen Inhalten von Wolters Kluwer, denen juristische Expertinnen und Experen weltweit vertrauen. Das führt zu präziserer Dokumentenerstellung, besserer Compliance und fundierteren Ergebnissen. Zudem bringt Wolters Kluwer jahrzehntelange Erfahrung und ein starkes Innovationsverständnis mit – ideale Voraussetzungen, um neue Märkte zu erschließen und unseren wachsenden Kundenstamm nachhaltig zu unterstützen.

Wie sieht Ihre Produkt‑Roadmap für den Legal AI Workspace Libra by Wolters Kluwer aus?

Martin O'Malley - Wolters Kluwer
Martin O'Malley: Wir investieren gezielt in Talente und Technologie, um die Produktentwicklung weiter zu beschleunigen und die internationale Reichweite von Libra auszubauen. Die integrierte Lösung ist bereits in Niederlanden, Deutschland und Poland live, weitere Markteinführungen in Belgien, Italien und Osteuropa stehen kurz bevor. Parallel dazu arbeiten Viktor und sein Team kontinuierlich an neuen Funktionen und Verbesserungen – stets mit engem Blick auf das Feedback unserer Kunden und ihre sich wandelnden Anforderungen.

Juristische Arbeit wird zunehmend komplex, während Mandanten schnellere und kosteneffizientere Lösungen erwarten. KI ist der Schlüssel, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. Unser gemeinsames Angebot setzt neue Maßstäbe bei Genauigkeit, Sicherheit und Produktivität.

Viktor von Essen: Genau – die Zukunft der Rechtsarbeit ist kollaborativ und datengetrieben. KI ermöglicht es Juristinnen und Juristen, “smarter than harder” zu arbeiten, indem sie Echtzeit‑Insights liefert und repetitive Aufgaben automatisiert. Wir gestalten hier die Zukunft juristischer Arbeit. Und weil Wolters Kluwer verlässliche Inhalte und tiefgehende Expertise einbringt, stellen wir sicher, dass diese Zukunft nicht nur effizient, sondern auch sicher und vertrauenswürdig ist. Am Ende macht KI juristische Arbeit menschlicher, weil sie Routinetätigkeiten reduziert und Raum für Kreativität und fachliches Urteilsvermögen schafft.

Wie binden Sie Ihre Kunden in die Weiterentwicklung ein?

Viktor_von_Essen

Viktor von Essen: Innovation entsteht durch Zusammenarbeit. Bei Libra by Wolters Kluwer verstehen wir unsere Kundinnen und Kunden nicht nur als Anwender, sondern als aktive Mitgestalter der Zukunft juristischer Arbeit. Jede Funktion, jeder optimierte Workflow beginnt damit, genau zuzuören: Welche Herausforderungen prägen den juristischen Alltag wirklich? Wir setzen auf unterschiedliche Austauschformate – darunter Customer Advisory Boards, in denen führende Kanzleien ihre Perspektiven zu neuen Anforderungen teilen, kontinuierliche Feedback‑Schleifen für Echtzeit‑Verbesserungsvorschläge sowie die Libra Academy mit Trainings‑ und Co‑Design‑Sessions. Dort kann KI in einem sicheren Umfeld erprobt werden und offen gesagt werden, was funktioniert – und was nicht.

So stellen wir sicher, dass unsere Lösungen nicht theoretisch bleiben, sondern praxisnah, sicher und passgenau für die Anforderungen moderner juristischer Arbeit sind.

Martin O’Malley: Wir erleben, dass viele Juristinnen und Juristen bereit sind, diesen Wandel aktiv mitzugehen.

Kanzleien, die frühzeitig Tools wie den juristischen KI‑Workspace Libra by Wolters Kluwer einsetzen, verschaffen sich einen klaren Wettbewerbsvorteil – in Effizienz, Genauigkeit und Mandantenservice. Unsere Mission ist es, diesen Übergang so reibungslos und gewinnbringend wie möglich zu gestalten – damit unsere Kunden genau dann Wirkung erzielen können, wenn es darauf ankommt.

Martin O'Malley - Wolters Kluwer
CEO, Wolters Kluwer Legal & Regulatory
Martin O’Malley is CEO of Wolters Kluwer Legal & Regulatory. This leading, global provider of legal and compliance solutions helps professionals improve productivity and performance, mitigate risk and achieve better outcomes.
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