Subtraktiv denken im KI-Zeitalter
Joscha Falck
Mittelschullehrer und Schulentwicklungsmoderator in einem Innovationsteam für digitale Bildung in Mittelfranken. Er hält Fortbildungen und berät Schulen sowie Steuergruppen in Schulentwicklungsprozessen. Darüber hinaus ist er als Referent, Blogger und Autor aktiv. Er ist Mitglied im Kernteam des Virtuellen Kompetenzzentrums »Künstliche Intelligenz in Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt« (VK:KIWA) sowie Redaktionsmitglied von IQESonline.
Der KI-Wandel stellt auch Schulen vor neue Herausforderungen. Denn die Verfügbarkeit von generativer Künstlicher Intelligenz verändert den Umgang mit Information und damit das Lernen und Prüfen in der Schule. Um die Herausforderungen zu bewältigen, werden Plattformen, Tools, Unterrichtsmaterialien bereitgestellt und Fortbildungsangebote ausgebaut. Aber dafür erhalten Lehrkräfte keine zusätzlichen Anrechnungsstunden und Schulleitungen keine neuen Kontingente für Schulentwicklung.
Dabei arbeiten viele Schulen bereits an ihrer Belastungsgrenze. Braucht Schule vielleicht nicht noch mehr – sondern endlich den Mut zum Weniger?
Genau hier setzt das Konzept der De-Implementierung an. Ziel ist es, durch das Weglassen ineffektiver oder belastender Elemente schulische Qualität zu steigern, Ressourcen zu schonen und damit neue Freiräume für wirksamere Maßnahmen zu schaffen.
Gerade im Kontext von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wird die Herausforderung für Schulen besonders sichtbar. Jascha Falck, Mittelschullehrer und Schulentwicklungsmoderator in einem Innovationsteam für digitale Bildung, warnt vor der bekannten Reaktion: Neue Anforderungen werden einfach addiert. Das Ergebnis ist nicht Fortschritt, sondern zusätzlicher Druck. Sein Plädoyer: weniger tun – aber das Richtige. In seinem Beitrag geht er der Frage nach, wie Schulen den KI-Wandel durch De-Implementierung aktiv gestalten können.
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